Wo wir uns künftig treffen
Gebäudekonzeption für die Kirchengemeinde
Die Evangelische Kirchengemeinde Hattingen-Sprockhövel muss ihren Gebäudebestand neu planen.
Derzeit stehen 12 Gebäude (Kirchen oder Gemeindehäuser) für die 20.000 Evangelischen zwischen Niederwenigern und Niedersprockhövel, Winz-Baak und Oberstüter zur Verfügung.
Nachdem die Kirchengemeinde Hattingen-Sprockhövel am 1. Januar 2026 aus sechs Einzelgemeinden entstanden war, zeigte sich schnell ein erhebliches Haushaltsdefizit. Die zu erwartenden Ausgaben übersteigen in der Fortschreibung der sechs Ursprungsgemeinden die Einnahmen um ein Viertel. Dabei bilden die Gebäudekosten den größten Ausgabenblock. In dieser Form kann die Gemeinde den Gebäudebestand nicht weiter tragen.
Die Gemeindeleitung hat in dieser Situation gehandelt und eine Gebäudekonzeption erstellt, die zwei Ziele verbindet: Weiter nah bei den Menschen in den Stadtteilen bleiben und die Gebäudezahl deutlich verringern. Das trägt auch der Entwicklung bei den Mitgliedern Rechnung, deren Zahl sich seit den letzten Neubauten in den 80er Jahren etwa halbiert hat.
Sechs Gebäude sollen auch künftig im Eigentum der Gemeinde bleiben und ertüchtigt werden: Die Zwiebelturmkirche in Sprockhövel sowie ein Gemeindehaus in Sprockhövel an neuem Ort, die St.-Georgs-Kirche in Hattingen, das Johannes-Gemeindezentrum in der Hattinger Südstadt, das ökumenische Zentrum in Winz-Baak und die Kirche in Niederwenigern. Aber auch in den anderen Orten oder im jeweiligen Nachbarstadtteil soll es in Zukunft evangelische Treffpunkte geben.
In der Konzeption sind die Planungen und Perspektiven im Einzelnen beschrieben.
Schon im April hat die Gemeindeleitung eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die mit fachlicher Beratung Kriterien entwickelt und die jetzige Konzeption vorbereitet hat. Am 12.10. wurde die Konzeption in der Gemeindeleitung verabschiedet.
In einer großen Informationsveranstaltung am 17.10. wurden die Pläne interessierten Gemeindegliedern vorgestellt. Die Gespräche gehen weiter – in den örtlichen Foren der Kirchengemeinde.
Winz-Baak
Gebäudeplanung: Das ökumenische Zentrum wird von der Kirchengemeinde weitergeführt und ertüchtigt. Die Gesamtfläche wird dabei verringert. Betrieb und Erhaltung des Hauses werden auch wirtschaftlich durch die Gruppen mitgetragen, die sich dort treffen.
Perspektive am Ort: Das Ökumenische Zentrum verbindet eine beispielhafte ökumenische Praxis mit der Funktion als Treffpunkt für Menschen im Stadtteil. Evangelisches Gemeindeleben ist organischer Teil dieses Miteinanders. Für die Kirchengemeinde ist das Zentrum auch als Ort für Großveranstaltungen wichtig.
Niederwenigern
Gebäudeplanung: Die Kirche mit ihrem Bereich für Gruppenaktivitäten wird weitergeführt und erhalten. In ihrer kompakten Form ist sie beispielhaft für ein modernes Nutzungskonzept einer historischen Kirche. Sie dient auch als Friedhofskapelle. Für Betrieb und Erhaltung der Kirche ist eine Unterstützung durch den Förderverein der evangelischen Kirchengemeinschaft Niederwenigern notwendig.
Perspektive am Ort: Niederwenigern hat mit der neu gestalteten, vielfältig nutzbaren Kirche einen ausreichend großen Versammlungs- und Gottesdienstort. Mit dem Kulturprogramm KKK hat Musik, Kleinkunst und Film hier einen Heimatort für die gesamte Gemeinde.
Welper
Gebäudeplanung: Das Paul-Gerhardt-Haus wird abgegeben. Für Gemeindeaktivitäten wird ein geeigneter Raum im Ortsteil gefunden.
Perspektive am Ort: In einem ökumenischen Zentrum in den gegenüberliegenden Räumen der Kirche St. Josef könnte ein beispielhaftes Miteinander mit einer Fülle von Nutzungsmöglichkeiten entstehen. Das Beispiel Winz-Baak zeigt, dass mit einem neuen Selbstverständnis das Gemeindeleben gute Bedingungen und neue Impulse finden kann.
Blankenstein
Gebäudeplanung: Die Kirche an der Burg und das Küsterhaus werden abgegeben. Angesichts der Schönheit und historischen Bedeutung der Kirche und ihres Inneren ist das ein schwerer Schritt. Die Gebäude bleiben als ortsbildprägendes Ensemble bestehen.
Perspektive am Ort: Gottesdienste und Gemeindeaktivitäten finden in Welper statt – 1.900 Meter von den bisherigen Gebäuden entfernt. Für den Küsterladen wird – sofern er nicht im Gebäude bleiben kann – ein alternativer Raum gefunden.
Holthausen
Gebäudeplanung: Das Gemeindezentrum Holthausen mit dem angrenzenden Pfarrhaus wird abgegeben. Der Bereich mit Saal, Kaminraum und Sakralraum werden angemietet und bleiben so weiter nutzbar. Die Nutzung als Stadtteiltreff wird ausgebaut, Stadt und Gruppen tragen mit dazu bei, das Zentrum zu tragen.
Perspektiven am Ort: Im einzigen sozialen Treffpunkt für alle Generationen in Holthausen kann sich – auch auf kleinerem Raum – ein umfangreicheres Leben mit Gruppen, Vereinen und Initiativen entwickeln, in das die Kirchengemeinde mit ihren Angeboten eingebunden ist. Dazu braucht es einen aktiv gestalteten Prozess der Beteiligung. Das Gelingen einer Investorenlösung ist nicht sicher.
Innenstadt
Gebäudeplanung: Die St.-Georgs-Kirche wird als zentrale Kirche erhalten. Eine Ertüchtigung sorgt dafür, dass sie eigenständig nutzbar ist (Sakristei als kleiner Versammlungsraum, Toilette). Das Gemeindehaus Augustastraße wird abgegeben und mit einem Investor weiterentwickelt.
Perspektiven am Ort: Die St.-Georgs-Kirche und der Kirchplatz werden in ihrer Funktion für Gemeinde- und Stadtkirchenarbeit gestärkt. Sie ist der Ort für klassische Kirchenkonzerte in der Gemeinde. Für einzelne Aktivitäten und Veranstaltungen im Gemeindehaus Augustastraße wird eine Möglichkeit zur Fortführung im Haus angestrebt. Das Gelingen einer Investorenlösung ist nicht sicher.
Südstadt
Gebäudeplanung: Das Johannes-Gemeindezentrum wird von der Kirchengemeinde weitergeführt und ertüchtigt. Das Untergeschoss wird als Jugendetage weiterentwickelt.
Perspektiven am Ort: Das Gemeindezentrum hat mit Mittagstisch, Südstadt spielt und Südstadtfest wichtige Funktionen für das Wohnumfeld. Ein Schwerpunkt für die Gemeinde liegt auf der Nutzung als variabler Veranstaltungsort, Zentrum der Jugendarbeit sowie Standort von Gemeinde- und Friedhofsbüro.
Bredenscheid-Stüter
Gebäudeplanung: Das Gemeindezentrum Wichernhaus/Wichernkirche wird abgegeben. Dabei wird angestrebt, dass der evangelische Kindergarten im Gebäude erhalten bleibt oder ausgebaut werden kann.
Perspektive am Ort: Mit der Martin-Luther-Kapelle in Stüter hat die Kirchengemeinde ein schönes Gebäude, in dem Gottesdienste gefeiert werden können. Mit einem Ausbau von Teeküche und Toiletten können hier auch kleine Veranstaltungen stattfinden. Andere Veranstaltungen können in den Gemeinderäumen in Sprockhövel stattfinden.
Sprockhövel
Gebäudeplanung: Die Zwiebelturmkirche wird erhalten und durch die Innensanierung ertüchtigt. Sie ist damit komplett durchsaniert. Wie bei den bisherigen Bauabschnitten sollen die Mittel überwiegend durch Spenden und Zuschüsse gewonnen werden. Das Gemeindehaus Perthes-Ring wird zugunsten einer kleineren Alternative abgegeben.
Perspektive am Ort: Für eine Gemeindehaus-Alternative kommen viele Optionen in Frage. Ein offener Prozess mit Kirchengemeinde, Stadt und anderen Akteuren kann hier zu attraktiven Lösungen führen.
Bis zur Umsetzung führt die Kirchengemeinde das Haus weiter.
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